14. 11. 2018
Tipps für besseren Sex

Sexsucht

Die Ursachen der Sexsucht sind nicht gut verstanden. Wichtig ist: Sex ist normal und gesund.

Die Ursachen der Sexsucht sind noch nicht gut erforscht oder verstanden. Wichtig ist, sich klarzumachen: Sex ist normal und gesund. Viele Menschen genießen Sex mit mehreren Partnern oder möchten im Bett Verschiedenes ausprobieren. All das kann normal sein. Problematisch wird es, wenn Sexualverhalten übermäßigen Stress verursacht, sich außer Kontrolle anfühlt oder dich oder andere gefährdet.

Entstehung

Sexsucht kann sich durch traumatische Erfahrungen, chronischen Stress oder psychische Erkrankungen in der Kindheit entwickeln. Viele Menschen mit zwanghaftem Sexualverhalten kommen aus Familien, in denen sie sexuell missbraucht wurden oder in Umgebungen aufwuchsen, die eine gesunde Entwicklung nicht zuließen. Manchmal ist die Familie schlicht dysfunktional und es fehlt an Liebe und Sicherheit. In solchen Fällen kann Masturbation eine Art Ersatz für Wärme werden – das Kind oder der Teenager greift in schweren Zeiten darauf zurück. Dieses Verhalten kann bis ins Erwachsenenalter fortbestehen und sich verstärken.

Sexsucht verursacht neurochemische Veränderungen im Gehirn, die während und unmittelbar nach sexueller Aktivität auftreten. Körperlich ähnelt sie der Drogensucht.masturbacija

Diagnose

Die erste Herausforderung sind kulturelle und religiöse Normen, die sexuelle Lust mitunter übermäßig einschränken. Jemand wird vielleicht als „süchtig“ abgestempelt, nur weil er ein sehr aktives Sexleben hat.

Auf der anderen Seite diskutieren Fachleute , ob Sexsucht eine eigenständige Störung ist oder eher ein Symptom für andere Erkrankungen.

Probleme

Häufiger ungeschützter oder impulsiver Sex erhöht das Risiko für sexuell übertragbare Infektionen (STIs). Zwanghaftes Verhalten belastet auch Beziehungen, da Betroffene zu konstanten Affären neigen können.

Das Internet bringt eine moderne Komponente – Bedürfnisse lassen sich schneller, öfter und einfacher befriedigen. Es bietet Anonymität, 24\/7‑Zugang, endloses Fantasiematerial, schnelles Ein- und Aussteigen und geringe Kosten.

Symptome und Merkmale

Das Leitsymptom ist der Kontrollverlust – nicht aufhören zu können, trotz negativer Konsequenzen. Menschen können sich in zwanghafter Masturbation, zwanghaftem Pornokonsum oder zahlreichen Affären verlieren (wobei jedes einzelne Verhalten für sich genommen nicht automatisch Sexsucht bedeutet).

Probleme können in Familie, Beziehung und Beruf auftreten. Es besteht ein Risiko für STIs oder ungewollte Schwangerschaften. Betroffene fühlen sich mitunter ängstlich und depressiv und können in rechtliche oder soziale Schwierigkeiten geraten (öffentlicher Sex, sexuelle Belästigung).

Sie wollen oft aufhören, schaffen es aber nicht. Sexuelle Impulse dominieren und verdrängen andere Prioritäten. Mit der Zeit eskaliert das Verhalten – auf der Suche nach dem anfänglichen Kick, der schwer reproduzierbar ist. Reizbarkeit, Frustration und Anspannung sind häufig.

Viele führen ein Doppelleben – nach außen respektiert, und gleichzeitig heimliche, schambesetzte Sexualhandlungen, die sie nicht kontrollieren können.

Behandlung

Am Anfang ist es wichtig, andere Ursachen oder Erkrankungen auszuschließen (Alzheimer, Nebenwirkungen bestimmter Medikamente oder Substanzen, bipolare Störung).

Am wirksamsten sind Therapie, Beratung, Selbsthilfegruppen und verordnete Medikamente (nach Rücksprache mit Arzt\/Psychiater).

Entscheidend sind der Wiederaufbau gesunder Beziehungen, Stressmanagement, das Erkennen von Auslösern für sexuelle Gedanken und Zwangshandlungen sowie deren Ersatz durch nicht schädliche Bewältigungsstrategien.

QUELLEN
Walker, L. (2018). What is sex addiction?

Psychology Today (2018). Hypersexuality.

Wikipedia (n. d.). Sexual addiction.