Libido – was tun, wenn du keine Lust auf Sex hast?
Deine Lust auf Sex heißt Libido. Denkst du oft an Sex, ist sie hoch; wenn nicht, niedriger. Was tun, wenn deine Libido niedrig ist? Lies weiter!Deine Lust auf Sex nennt man Libido. Denkst du oft an Sex und willst ihn häufig, ist deine Libido hoch; wenn nicht, niedriger. Was kannst du tun, wenn deine Libido niedrig scheint? Lies weiter!
Viele Faktoren beeinflussen die Libido
Es gibt zahllose Gründe, warum wir mehr oder weniger Sex wollen. Ursachen sind eine Mischung aus körperlichen und psychischen Faktoren – Schwankungen sind normal.
Oft ist die Libido in neuen Beziehungen hoch und sinkt dann. Wir denken, mit uns, der Beziehung oder dem Partner stimmt etwas nicht. In Wahrheit schwankt Libido ganz natürlich.

Am Anfang ist alles neu und aufregend – das pusht die Libido. Irgendwann holt dich der Alltag ein – es ist nicht immer rosig und der anfängliche Höhenflug nimmt ab. Das ist normal, und jeder erlebt es anders – vergleiche dich nicht.
Weitere Einflüsse: Hormonelle Verhütung oder verschiedene Krankheiten. Viele Medikamente können die Lust beeinflussen. Sprich mit deiner Ärztin/deinem Arzt – besonders bei medizinischen Ursachen kann dir geholfen werden.
Verlangen ist nicht selbstverständlich
Wichtig zu wissen: Sex zu wollen ist nicht selbstverständlich. Viele denken, mit ihnen stimmt etwas nicht, wenn sie keine Lust haben. Wenn es dir so geht: Du bist nicht allein – und mit dir ist nichts falsch. Fast jeder macht solche Phasen durch.
Die Gesellschaft vermittelt oft, wir sollten jederzeit bereit sein. Niemand bringt uns bei, auf unseren Körper zu hören und zu entdecken, was uns wirklich antörnt.

Filme, Musik und Bücher lassen es oft so aussehen, als seien Spontaneität, Leidenschaft und Romantik immer sexy und erregend. In der Realität stimmt das nicht – und schon gar nicht für alle. Einige brauchen Planung, tiefe Gespräche und Massagen, bevor sie Sex wollen.
Wir denken auch, Erregung müsse automatisch passieren – dass wir bereit sein müssen, wann immer unser Partner bereit ist. Besonders Männer betrifft das. Es gibt die unausgesprochene Regel, Männer seien immer bereit. Partner machen sich oft Sorgen, wenn es nicht so ist – dabei sind es vielleicht nur Stress und Müdigkeit.
Umfeld und Alltag spielen ebenfalls hinein. Mehr dazu bei Emily Nagoski, Ph.D., in „Come As You Are“. Sie spricht auch über sexuelle Beschleuniger und Bremsen.
Sexuelle Beschleuniger
Sexuelle Beschleuniger sind Dinge, die unsere Sexualität ankurbeln – Momente, in denen wir im Körper ankommen. Das kann gemeinsames Kochen sein, Sport, tiefe Gespräche, Erotika oder Lesen – alles, was dich erregt.
Vereinfacht: Beschleuniger nehmen Reize aus der Umgebung auf, die uns anmachen. Alles, was wir sehen, hören, berühren, schmecken etc. Sie verarbeiten auch unsere Gedanken und Gefühle. Dein Gehirn verarbeitet diese Signale 24\/7 – unbewusst.
Sexuelle Bremsen

Sexuelle Bremsen halten uns zurück und dämpfen die Lust. Alles, was die Stimmung killt – Erschöpfung, ein harter Tag, schmutziges Geschirr, ein chaotisches Zuhause … sogar Angst vor ungewollter Schwangerschaft oder STIs.
Auch diese Bremsen arbeiten 24\/7, scannen unbewusst nach potenziellen Gefahren in Umgebung und Gedanken. So wie Beschleuniger Gründe für Sex suchen, suchen Bremsen Gründe dagegen. Dank ihnen werden wir nicht mitten im Meeting oder Familienessen erregt.
Unterschiedlich ist normal
Beschleuniger und Bremsen sind bei jedem Menschen unterschiedlich. Das zu verstehen hilft dir, einzusehen, dass dein Partner nicht immer erregt ist, wenn du es bist. Wenn ihr beide eure Beschleuniger und Bremsen erkennt und besprecht, könnt ihr eure Lust leichter synchronisieren.
Wie findest du deine Beschleuniger und Bremsen?
Es gibt keine einfache Antwort, denn die wenigsten wissen das aus dem Stegreif. Diese Fragen helfen dir, herauszufinden, was dich anmacht – und was nicht.
Denk daran: Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Alles, was sich für dich stimmig anfühlt, ist richtig. Antworten dürfen simpel oder komplex sein. Beispiel: Wenn Sex von mir erwartet wird, ist das eine Bremse – ich fühle mich unter Druck und mag das nicht.
Fragen

- Was entspannt dich? Welche Aktivitäten und Situationen?
- Wann fühlst du dich wirklich in deinem Körper anwesend?
- Wann fühlst du dich nicht präsent in deinem Körper?
- Was stresst dich?
- In welchen Momenten oder Situationen ist Sex das Letzte, woran du denkst?
- Wie sieht dein ideales Vorspiel aus?
- Wann fühlst du dich deinem Partner verbunden?
- Nach einem stressigen Tag voller Bremsen – was bringt dich wieder ins gute, entspannte Gefühl?
Nimm dir Zeit für diese Antworten – gern ein paar Tage. Es ist normal, dass sich deine Antworten mit der Zeit ändern. Wir sind nicht immer gleich.
Für mehr Tiefe: Come As You Are von Emily Nagoski, Ph.D. – voller hilfreicher Insights.
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