BDSM-Grundlagen, die jeder kennen sollte
BDSM steht für Bondage & Disziplin, Dominanz & Submission sowie Sadismus & Masochismus. Hier sind die Essentials, die jeder kennen sollte.Wofür BDSM steht
BDSM steht für Bondage und Disziplin, Dominanz und Submission sowie Sadismus und Masochismus.
Kurz gesagt: Bondage & Disziplin, Dominanz & Submission, Sadismus & Masochismus.
Unter dem BDSM-Dach fallen viele Praktiken. Das heißt nicht, dass alle alles machen. Die meisten stehen auf bestimmte Aspekte – manchmal nur auf einen.
Sex ist bei BDSM nicht zwingend erforderlich
BDSM ist nicht zwangsläufig sexuell. Manche genießen den reinen Machtaustausch. Wenn du dich nur dominieren lassen möchtest, gibt es Profis, die das anbieten. Frauen nennt man Dommes, Männer Doms. Sie bieten verschiedene Dienstleistungen an – Sex gehört in der Regel nicht dazu.
Doms und Subs
Typischerweise besteht BDSM aus einer dominanten Person und einer submissiven (einem Sub). Manche sind beides – sogenannte Switches – und wechseln die Rollen.

Das Wesen von BDSM ist, dass manche Kontrolle genießen, während andere es genießen, sie abzugeben. Alle Beteiligten sollten Freude an dem haben, was passiert. Ein Sub lässt sich nicht nur schlagen, weil es dem Dom gefällt – auch er/sie findet Befriedigung darin.
Kommunikation ist das A und O
Der Eckpfeiler von BDSM ist Kommunikation – sie schafft Vertrauen. Wenn du jemandem die Kontrolle übergibst, ist Vertrauen essenziell. Kommunikation brauchst du auch, wenn du die Kontrolle übernimmst.
Absprachen und Aushandeln sind ein riesiger Teil der Szene – viel mehr, als Neulinge vermuten.
Sicher spielen
Wenn du sagen willst, dass du dich mit BDSM auskennst, solltest du diese zwei Abkürzungen kennen: SSC und RACK.
In der Szene haben Sicherheit und die Zufriedenheit aller oberste Priorität. Da manche Spiele riskant sein können, gilt: „Sei dir der Risiken bewusst und minimiere sie.“
Beispiel: Am Strand besteht das Risiko eines Sonnenbrands. Du weißt das – also verwendest du Sonnencreme.
Im BDSM heißt das z. B., sicherzustellen, dass niemand mit einem Knebel im Mund erstickt. Sei dir bewusst, dass Schlucken schwerer fällt, positioniere den Sub sicher und überwache ihn/sie die ganze Zeit.
Und vor allem: Einvernehmlichkeit.
Das steckt in beiden Abkürzungen und bedeutet, dass wirklich alle einverstanden sind mit dem, was passieren soll und passiert. Wenn sich jemand unwohl fühlt, nimmt diese Person an der entsprechenden Aktivität nicht teil.
Safewords
Im BDSM darfst du jederzeit nein/stop/genug sagen – zu jedem Zeitpunkt.
Wenn das passiert, hört alles auf. Kein Zögern, kein Verhandeln. Niemand sollte jemals sagen: „Komm schon, nur noch ein bisschen – du wolltest das doch.“ Das hat in ethischem BDSM keinen Platz.
Subs können als Teil des Spiels Widerstand leisten. Deshalb sind Wörter wie STOPP/NEIN/NICHT nicht verlässlich. Stattdessen nutzt man Safewords. Sie werden im Voraus vereinbart und wenn sie fallen, ist sofort Schluss. Meist kurz und ungewöhnlich – Obst und Gemüse sind beliebt.
Viele nutzen auch das Ampelsystem:
- Rot = Stopp
- Gelb = „bitte langsamer/leichter“
- Grün = „weiter so!“
Wie an der Ampel!
Manchmal kann eine Person nicht sprechen (z. B. wegen eines Knebels). Ein Signal zum Stoppen braucht ihr trotzdem. Nutzt dann z. B. eine Glocke oder lasst eine Kugel fallen als Zeichen, die Szene zu beenden.
Das Rote Zimmer
Wenn du 50 Shades gesehen hast, denkst du vielleicht, du brauchst einen voll ausgestatteten Dungeon, um BDSM zu erkunden. Stimmt nicht. Besonders am Anfang, wenn du noch gar nicht weißt, ob es dir gefällt. Eine Hand oder ein Holzlöffel reichen fürs Spanking. Eine Seidenkrawatte ersetzt Handschellen – und so weiter.

Greif natürlich nicht zu irgendwas. Nicht jedes Seil oder eine rostige Kette sind sicher. Du musst auch nicht alles auf einmal kaufen. Baue deine Sammlung ruhig nach und nach auf.
Wenn du nicht weißt, wo du einkaufen sollst: Wir haben eine eigene BDSM-Kategorie mit viel Auswahl! Im nächsten Video stellen wir BDSM-Equipment genauer vor.
Aftercare
Nach einer Szene ist Aftercare entscheidend – Zeit, um wieder zu landen. Unterschiedliche Menschen brauchen unterschiedliche Aftercare. Einigt euch im Voraus, was jede:r braucht, um sich gut zu fühlen.
Aftercare kann Kuscheln, Reden, eine Massage, das Versorgen von kleinen Spuren, einen Film schauen – alles sein, was beruhigt und zeigt, dass dir dein Gegenüber wichtig ist.
Dieses Video deckt nur die Basics ab. Wenn dich BDSM interessiert, informiere dich bitte über jede Aktivität, die du ausprobieren willst. Um BDSM sicher zu praktizieren, brauchst du Wissen – aus mehreren Quellen: online, in Büchern und Artikeln – und am besten bei Workshops vor Ort.

















































